Samstag, 29. Juni 2013

4. März 2003 - Gestrandet in Nairobi

Die Tatsache, dass wir uns mit der nicht zu ändernden Situation bewusst abgefunden hatten, machte den Tag planbar und wir genossen weiterhin in vollen Zügen, was im Angebot war. Auch wenn wir im 5-Sterne-Hotel logierten, hatten Preisangaben in irgendwelchen Speisekarten für uns allenfalls Informationscharakter. Nach einem üppigen Frühstück ab 8:00 Uhr fuhren wir mit dem Taxi in die City von Nairobi, Wir haben nichts zu Gesicht bekommen, was irgendeinen Anflug von alter oder zumindest schöner Architektur zu tun hätte. In den Randbezirken herrscht der „Leichtbau“ vor, im Stadtkern technisch und optisch schlecht verarbeiteter Beton und andere „moderne“ Baustoffe. Es ist weder ein exotischer, oder zumindest durchgehender moderner, noch sonst irgendein Stil erkennbar. Die Stadt erstickt im Müll! Absetzen lassen wir uns von Taxifahrer vor einem kleinen „Markt“. Wir kommen am Kauf verschiedener „Folkloreartikel“ wiederum nicht vorbei. Die Palette erweitere sich um mehrer Paar Damenpantoletten, welche für Mali interessant waren. Nach „Besichtigung der Zustände“ - das Wort „Stadtrundgang“ wäre unpassend - heuerten wir ein Taxi an, welches uns zurück ins Hotel fuhr. Vom äußerlichen Aufbau her glich dieses einem Old-London-Cab, das Fahrgastabteil war durch Glasscheibe abgetrennt, wir saßen uns paarweise gegenüber. Als Typ gab der Fahrer auf unsere Frage hin Austin an, das Alter von 10 Jahren war massiv untertrieben, da wir ein unmittelbares Nachkriegsbaujahr erwartet hatten. Er räumte dann auch ein, dass sich die Auskunft auf das second „life“ bezieht. Die nächste „Bewährungsprobe“ war das Mittagessen. Die meisterten wir über die Verkostung nahezu aller zur Auswahl stehenden Hauptspeisen bis zum Kuchenbufet. Anschließend hieß es spielend zu entspannen. Wassja und Moos beim Squash, Mail und Hartmut beim Schach. In der Absicht, uns nicht weiter permanent zu überfressen, beschlossen wir, abends im Chinarestaurant zu essen. Bei verschiedenen Vorspeisen süß-sauer-scharf und Pekingente sowie Lobster ist uns das wiederum nicht gelungen. Gesessen haben wir dabei auf der Galerie eines großen Rundbaus in der Mitte der Etage, darunter hatten wir Blick aufs Casino. Wassja hatte sofort „Blut geleckt“. Nach einiger Überzeugungsarbeit hatte er uns zu einigen Spielen Black Jack und anschließend Roulette überredet. Auch wenn die Chips bald verspielt waren, muss man sagen, dass es Spaß gemacht hat und niemand ist daran verarmt. In nicht ganz stilgerechter Kleidung (Sandalen und durchgeschwitztes T-Shirt) haben wir zu vergleichsweise geringen Mindesteinsätzen Spielbankatmosphäre geschnuppert.