Die Tatsache,
dass wir uns mit der nicht zu ändernden Situation bewusst abgefunden hatten,
machte den Tag planbar und wir genossen weiterhin in vollen Zügen, was im
Angebot war. Auch wenn wir im 5-Sterne-Hotel logierten, hatten Preisangaben in
irgendwelchen Speisekarten für uns allenfalls Informationscharakter. Nach einem
üppigen Frühstück ab 8:00 Uhr fuhren wir mit dem Taxi in die City von Nairobi,
Wir haben nichts zu Gesicht bekommen, was irgendeinen Anflug von alter oder
zumindest schöner Architektur zu tun hätte. In den Randbezirken herrscht der
„Leichtbau“ vor, im Stadtkern technisch und optisch schlecht verarbeiteter
Beton und andere „moderne“ Baustoffe. Es ist weder ein exotischer, oder
zumindest durchgehender moderner, noch sonst irgendein Stil erkennbar. Die
Stadt erstickt im Müll! Absetzen lassen wir uns von Taxifahrer vor einem
kleinen „Markt“. Wir kommen am Kauf verschiedener „Folkloreartikel“ wiederum
nicht vorbei. Die Palette erweitere sich um mehrer Paar Damenpantoletten,
welche für Mali interessant waren. Nach „Besichtigung der Zustände“ - das Wort
„Stadtrundgang“ wäre unpassend - heuerten wir ein Taxi an, welches uns zurück
ins Hotel fuhr. Vom äußerlichen Aufbau her glich dieses einem Old-London-Cab,
das Fahrgastabteil war durch Glasscheibe abgetrennt, wir saßen uns paarweise
gegenüber. Als Typ gab der Fahrer auf unsere Frage hin Austin an, das Alter von
10 Jahren war massiv untertrieben, da wir ein unmittelbares Nachkriegsbaujahr
erwartet hatten. Er räumte dann auch ein, dass sich die Auskunft auf das second
„life“ bezieht. Die nächste „Bewährungsprobe“ war das Mittagessen. Die
meisterten wir über die Verkostung nahezu aller zur Auswahl stehenden
Hauptspeisen bis zum Kuchenbufet. Anschließend hieß es spielend zu entspannen.
Wassja und Moos beim Squash, Mail und Hartmut beim Schach. In der Absicht, uns
nicht weiter permanent zu überfressen, beschlossen wir, abends im
Chinarestaurant zu essen. Bei verschiedenen Vorspeisen süß-sauer-scharf und
Pekingente sowie Lobster ist uns das wiederum nicht gelungen. Gesessen haben
wir dabei auf der Galerie eines großen Rundbaus in der Mitte der Etage,
darunter hatten wir Blick aufs Casino. Wassja hatte sofort „Blut geleckt“. Nach
einiger Überzeugungsarbeit hatte er uns zu einigen Spielen Black Jack und
anschließend Roulette überredet. Auch wenn die Chips bald verspielt waren, muss
man sagen, dass es Spaß gemacht hat und niemand ist daran verarmt. In nicht
ganz stilgerechter Kleidung (Sandalen und durchgeschwitztes T-Shirt) haben wir
zu vergleichsweise geringen Mindesteinsätzen Spielbankatmosphäre geschnuppert.