Samstag, 29. Juni 2013

20. Februar 2003 - Busfahrt nach Moshi

Um 05:30 Uhr landet die erste Maschine, so dass wir ab 06:00 Uhr nicht mehr schlafen können und aufstehen. Kurz eingepackt, gewaschen und raus. Wir finden eine Cafeteria und warten bei Capuccino und Sandwich auf den Bus.
Der Bus kommt pünktlich 08:30 Uhr. Das Gepäck wird auf das Dach verladen und los geht es.
Die Fahrt ist interessant. Wir loben Moos, dass er diese Route gebucht hat.
Zunächst staune ich – alle fahren links. Linksverkehr.
An den Strassenrändern schlendern viele Schwarze herum. Es scheint, als hätten sie nichts zu tun. Alle paar Kilometer sehen wir uns umgeben von Hütten, die bunt mit Werbung voll und teilweise noch nicht fertig gebaut sind und alles mögliche anbieten. Wir fragen uns, für wen, denn Touristen halten hier wahrscheinlich selten. Große Teile des Weges sind rechts und links von Steppe gesäumt. Auf dieser stehen anfangs noch Bäume. Von Zeit zu Zeit kommen Tierherden am Rand vorbei, die von Massais gehütet werden, oft auch von kleinen Kindern.
Auch sehen wir immer wieder Massai, sowohl Männer als auch Frauen, die irgendwie ziellos durch die Gegend schlendern. Alle haben einen Stock dabei. An der Kleidung. gefallen mir die Farben. Die (Erde) sieht rot aus und alle paar 100 Meter erheben sich rote, steile Hügel. Wir vermuten, dass es sich um Termitenhügel handelt.

Dann kommt die Grenze. Vorher müssen wir ein Einreiseformular – bekannt für Kenia – ausfüllen und ein Einreisedokument für Tansania. Massaifrauen wollen uns durch die Busfenster Schmuck verkaufen. Der Busfahrer weist uns an, nichts zu kaufen. Das hängt vermutlich mit der Grenze zusammen. Im übrigen herrscht ein ziemliches Gewusel im Grenzbereich. Aber alles scheint organisiert. Nun noch der tansanianische Grenzposten. Umständlicherweise muss das gesamte Gepäck vom Dach geholt werden. Danach kommt eine dicke Schwarze und macht an jedes ein Kreuz mit Kreide. Hartmut will sich drücken, scheitert aber kläglich. Dann geht es weiter. Die Farbe der Erde ändert sich ins graue. Später ins schwarze. Je weiter wir vorankommen, desto fruchtbarer wird die Erde. Dann sehen wir zum ersten mal den Kili: ein gewaltiger Berg! Im Laufe der Fahrt umrunden wir ihn ca. zur Hälfte. Einige Kilometer vor Arusha beginnt rechts und links Landwirtschaft, Mais im wesentlichen. Dann kommen wir in die größte Stadt am Kili Arusha. Nach offiziellen Angaben 150.000 Einwohner.
Ungefähr in der Stadtmitte machen wir eine Pause. Wir nutzen die Pause und gehen ein Bier trinken und essen etwas im Nov-Hotel. 14:00 Uhr geht es weiter. Wir nähern uns jetzt mit großen Schritten Moshi und es scheint, als würde das Land noch grüner und fruchtbarer. Vermutlich durch den Berg gibt es hier genug Wasser, die Wolken bleiben an der Südseite des Gipfels hängen und spenden genug Regenwasser.
Im Moshi halten wir etwas abseits vom Busbahnhof, aber offensichtlich an der vereinbarten Stelle.
Denn plötzlich sehen wir am Fenster ein Schild mit unseren Namen. Matata hat uns also sofort gefunden. Wir begrüßen uns und steigen in den Jeep von Matata. Unser Ziel ist unser Hotel, das sogenannte „Bufallo“. Wir checken ein und verabreden uns mit Matata um 16:15 Uhr unten im Restaurant. Als wir runterkommen, erwartet uns ein großer Teil unserer Mannschaft. Wir bestellen Bier für alle und Matata erklärt uns das Prozedere. Wir besprechen die Route und die Preise. Plötzlich kommen die Lichtenwalder reingeschneit. Sie sind gerade von ihrem Trip zurückgekehrt.
Nachdem wir alles klargemacht haben, verabschieden wir uns. Start soll morgen um 9:00 Uhr sein. Jetzt wollen wir uns noch die Stadt anschauen.
Die Stadt ist ziemlich dreckig. Teilweise befinden sich Stützen unter den Decken der Häuser, die aus krummen Ästen und Bäumen bestehen.
Trotzdem ist die Stadt interessant. Überall wuselt es, alle wollen uns etwas verkaufen. Alle 10 Meter Zeitungsverkäufer. Ein Bus will uns irgendwohin fahren. Wir sagen alle Angebote bis auf eines ab. Hartmut kauft sich einen Safarihut.

In einer Gaststätte nehmen wir ein mittleres Bier zu uns und bleiben bis zur Dämmerung Dann gehen wir zurück und versuchen, die Kneipe zu finden, in welcher wir mit den Lichtenwaldern verabredet waren. Der Versuch misslingt. Ein großartiger, sehr schöner Tag geht zu Ende.


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