Samstag, 29. Juni 2013

5. März 2003 - Flug nach Hause

MERLOT VENETO, TERRE PALLAOIANE, sponsored by VOLARE GROUP AIRLINES, ausgetrunken ca. 200 km westlich von Adis Abeba in 9400 m im Luftraum des SUDAN.

Nach harter Nervenprobe befinden wir uns seit ca. 10:00 Uhr endlich in der Luft an Bord eines etwas altersschwachen, leicht fibrierenden Clippers der ital. Fluggesellschaft VOLARE.  Die englischen Ansagen der ital. Crew sind so deutlich wie Suaheli.
Noch 6 Stunden 30 min bis Bruxelle. Unser Anschlussflug nach Munich ist voraussichtlich nicht mehr zu schaffen! Es gibt auch keine Anzeichen, daß der verspätete Start irgendwie durch mehr Geschwindigkeit aufgeholt wird.
Also macht man sich bereits Gedanken über die möglichen Alternativen zur Heimkehr:
1.)        Flug: Brux-Lpzg oder Bln oder Dresden oder Jahnsdorf J
2.)        Schiff : Rotterdam – Hamburg – Elbe stromaufwärts
3.)        Heissluftballon: mit West-Wind Richtung Osten
4.)        Mit Taxi über Paris ?

...ABWARTEN
WIR BLEIBEN OPTIMISTEN, noch in diesem Leben die Heimat wiederzusehen!

Der Ausblick ist übrigens fantastisch. Wir fliegen vorbei am Mt. Kenia (ca. 5000m), überqueren die unendliche Sahara, fliegen dann genau die Ostküste Italiens entlang und haben einen Superblick auf Vendig mit Markusplatz und Canal le Grande. Die Alpen liegen in der prallen Sonne, im Westen ist der Bodensee deutlich zu erkennen. Nach dem Rhein wird der Vorhang zugezogen.

In Brüssel angekommen hetzen wir zunächst zum LUFTHANSA-Gate, um noch eine Maschine zu erreichen, die in 20 min nach München fliegt. Wir kommen noch rechtzeitig zum Gate, werden aber aufgeklärt, dass unser Gepäck in so kurzer Zeit nicht umgeladen werden kann. Wir werden zurückgeschickt: Erst zum sabena-Schalter, wo unsere Tickets überklebt und anschließend am Lufthansa-Schalter neu ausgedruckt werden. Des öfteren kommt die Frage auf, „wie es denn um unser Gepäck steht“. Wir hoffen auf  ein Wunder der Logistik (da die software weder von bitec noch softwareconcept ist, könnte es funktionieren). Die Stunde bis zum Start überbrücken wir mit capuccino und sandwiches. Telefonisch ordert Malis Vater inzwischen für uns einen Mietwagen in München.
Der Flug nach München dauert 1h. Die canadier100 ist nichts für Vollschlanke - ziemlich enge Röhre. Dafür verläuft diesmal alles planmäßig. Sogar unsere Rucksäcke sind an Bord (unglaublich).
Landung, geradewegs zu AVIS und in die Tiefgarage. Wir suchen verzweifelt zwischen hunderten Abstellplätzen... und finden nach 10min doch noch unseren „Wagen“.
Rüchfahrt ohne Probleme, gegen 23:00 Uhr Landung auf dem Kaßberg. Wir klatschen uns herzlich ab und jeder freut sich wohl schon auf zu hause...


                                                                                                                                                        
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TIPS



Ausrüstung positiv getestet

  • Riegel: Schneekoppe Fruchtschnitte, Gletscherkrone Fitness-Riegel. Corny sind dagegen Mist
  • Itex-Tücher – saugen, schnauben, wischen
  • Baumwoll-Innensäcke (f. Schlafs.)
  • Neuseeland Moheer, Einsbreaker (Nachtwäsche), sehr dicht gewebt
  • Raspelle + Hackele (auch zur Wundbehandlung). Im Doppelpack in einer Tüte
  • Landjäger
  • Stirnlampe-Kombin. (LED, nom. Lampe)
  • Schlafmittel (Baldrian)
  • Wassersäcke + Instanttabletten + Vit. C im Röhrchen (Geschmack + Power)
  • Labello
  • Für´s nächste mal, nicht vergessen: Reiseschach / Skatkarten
                                                                                                                                             Ende  J

4. März 2003 - Gestrandet in Nairobi

Die Tatsache, dass wir uns mit der nicht zu ändernden Situation bewusst abgefunden hatten, machte den Tag planbar und wir genossen weiterhin in vollen Zügen, was im Angebot war. Auch wenn wir im 5-Sterne-Hotel logierten, hatten Preisangaben in irgendwelchen Speisekarten für uns allenfalls Informationscharakter. Nach einem üppigen Frühstück ab 8:00 Uhr fuhren wir mit dem Taxi in die City von Nairobi, Wir haben nichts zu Gesicht bekommen, was irgendeinen Anflug von alter oder zumindest schöner Architektur zu tun hätte. In den Randbezirken herrscht der „Leichtbau“ vor, im Stadtkern technisch und optisch schlecht verarbeiteter Beton und andere „moderne“ Baustoffe. Es ist weder ein exotischer, oder zumindest durchgehender moderner, noch sonst irgendein Stil erkennbar. Die Stadt erstickt im Müll! Absetzen lassen wir uns von Taxifahrer vor einem kleinen „Markt“. Wir kommen am Kauf verschiedener „Folkloreartikel“ wiederum nicht vorbei. Die Palette erweitere sich um mehrer Paar Damenpantoletten, welche für Mali interessant waren. Nach „Besichtigung der Zustände“ - das Wort „Stadtrundgang“ wäre unpassend - heuerten wir ein Taxi an, welches uns zurück ins Hotel fuhr. Vom äußerlichen Aufbau her glich dieses einem Old-London-Cab, das Fahrgastabteil war durch Glasscheibe abgetrennt, wir saßen uns paarweise gegenüber. Als Typ gab der Fahrer auf unsere Frage hin Austin an, das Alter von 10 Jahren war massiv untertrieben, da wir ein unmittelbares Nachkriegsbaujahr erwartet hatten. Er räumte dann auch ein, dass sich die Auskunft auf das second „life“ bezieht. Die nächste „Bewährungsprobe“ war das Mittagessen. Die meisterten wir über die Verkostung nahezu aller zur Auswahl stehenden Hauptspeisen bis zum Kuchenbufet. Anschließend hieß es spielend zu entspannen. Wassja und Moos beim Squash, Mail und Hartmut beim Schach. In der Absicht, uns nicht weiter permanent zu überfressen, beschlossen wir, abends im Chinarestaurant zu essen. Bei verschiedenen Vorspeisen süß-sauer-scharf und Pekingente sowie Lobster ist uns das wiederum nicht gelungen. Gesessen haben wir dabei auf der Galerie eines großen Rundbaus in der Mitte der Etage, darunter hatten wir Blick aufs Casino. Wassja hatte sofort „Blut geleckt“. Nach einiger Überzeugungsarbeit hatte er uns zu einigen Spielen Black Jack und anschließend Roulette überredet. Auch wenn die Chips bald verspielt waren, muss man sagen, dass es Spaß gemacht hat und niemand ist daran verarmt. In nicht ganz stilgerechter Kleidung (Sandalen und durchgeschwitztes T-Shirt) haben wir zu vergleichsweise geringen Mindesteinsätzen Spielbankatmosphäre geschnuppert.

3. März 2003 - Busfahrt nach Nairobi

Entsprechend unserer Verabredung mit Matata werden wir nach eingenommenem Breakfest um 8:30 Uhr abgeholt. Wir wollen noch einkaufen. Matata empfiehlt uns einen Laden, der cheap ist. Vorher kaufen wir noch die Busfahrkarten Mashi-Nairobi von Riverside. Matata zeigt uns sein Büro im Zentrum. Das Büro ist etwas runtergekommen, aber voll in Betrieb. Das Büro hat ca. 10 m2, eingerichtet mit einem Tisch und 2 Pinwänden mit Fotos vergangener Trips.
Wir haben noch 1 ½ Stunde zum Einkaufen und nutzen diese zum Erwerb weiterer Ketten und „Chessboards“.

10:00 Uhr fahren wir zurück zum Hotel, damit uns der Bus 11:30 Uhr pickupen kann. Der Bus kommt pünktlich. Er läuft noch 4 bis 5 andere Adressen in Moshi an und lädt Passagiere. Dann geht es los nach Arusha. Dort halten wir wie bei der Hinfahrt am Umsteigeplatz vor dem Nov-Hotel und machen Mittag. Gegen 14:00 Uhr geht es weiter mit einem anderen Bus Richtung Nairobi. Die Grenzabfertigung gestaltet sich diesmal unkomplizierter. Dafür belagern uns massenweise Massai und andere Ureinwohner, damit wir ihren Spittel kaufen. Ich lasse mich erweichen und kaufe noch eine Steinkette für 3 $, die ich eine Minute später auch für 2 $ hätte haben können. Dann geht es weiter nach Nairobi. Noch 3 lange Stunden.

Gegen 19:00 Uhr kommen wir auf dem Flughafen an. Der zuständige Mitarbeiter der Fluglinie eröffnet uns, dass der Flug um 23:59 Uhr gecancelt ist und wir am nächsten Tag fliegen werden. Bis dahin will man uns ins Safari-Parkhotel bringen. Wir sind skeptisch und bestehen auf Umbuchung auf einen Flug bei einer anderen Airline noch am selben Abend, zumal 5 Belgier auf KLM umgebucht worden sind. Leider waren bei KLM nur 6 Plätze frei, sodass wir uns fügen müssen. 20:10 Uhr gehen 2 Shuttlebusse in das Hotel ab. Ich befürchte, dass wir in eine afrikanische .............. gebracht werden. Doch weit gefehlt. Das Safari-Parkhotel ist ein 5-Sterne-Hotel am Stadtrand und äußerst nobel. Die Airline steht gerade für Unterkunft, Breakfest, Lunch und 2x Dinner sowie alle Softdrinks. Das bedeutet, wir müssen nur den Alkohol selber zahlen. Darüber hinaus spendiert die Airline einen 3-minütigen internationalen Call. Obschon wir nicht gerade glücklich über die Umstände sind, nehmen wir unser Schicksal gefasst. Nach einer Refreshing-Pause treffen wir uns zum Dinner. Wir haben die Wahl zwischen 5 Restaurants. Normal, African, Chinese, Japanese und Italian. In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit gehen wir ins Normal-Restaurant. Das Essen ist fürstlich und wir lassen so richtig auftafeln. Es kostet ja nichts. Dann neigt sich der Tag und wir gehen schlafen.

2. März 2003 - Im Ngorongoro-Krater

Nach dem wie immer guten Frühstück brechen wir auf. Anfahrt zum Krater über katastrophale Strassen (Felsen, Schotter,...), nur mit Geländewagen zu meistern. Nach ca. ¾ Stunde Fahrt erreichen wir den Krater. Vom Kraterrand (2400 Meter) haben wir einen herrlichen Blick in den Krater (600 Meter tief, Durchmesser des Kraters ca. 20 km). Das Kraterinnere ist vor allem Savanne, mehrere Seen und ein bisschen Wald. Riesige Tierherden sind von oben sichtbar. Der Krater ist unbewohnt. Wir fahren auf dem Kraterrand um den halben Krater, vorbei am Denkmal für Prof. Gzymek. Das Massai-Tourismus-Dorf besuchen wir nicht, sondern fahren auf steilem Pfad in den Krater. Wir sehen Zebra-Herden, Gnus, einige Elefanten, in einem Tümpel Nilpferde, die sich dauernd nass halten bzw. auf den Rücken drehen, Flamingos usw. Die „Tierdichte“ ist sehr hoch, fast wie im Tierpark. Nach längerer Suche sehen wir auch ein Rhino, allerdings in größerer Entfernung. Mittag am See, dort sind viele Geier, die sich auf die Touristen stürzen. Mali und ich büßen einen Teil unserer Mahlzeit ein, so dass wir dann lieber im Auto essen. Nach dem Essen sehen wir 2 Löwen, zahm, legen sich in den Schatten des Autos, sind hungrig und von der Hitze erschöpft (jagen abends und nachts). Nach 3 Tagen nervt Safari ein bisschen, so dass wir langsam einschlafen. Gegen 14:00 Uhr treten wir die Rückfahrt an. Die Ausfahrt aus dem Krater ist noch steiler, als die Einfahrt. Der Jeep stinkt nach Gummi und Kupplung. Der Fahrer hält gelegentlich den Kopf raus und prüft die Motorengeräusche. Einmal wird es so steil, dass wir hängen bleiben und er manuell das Differenzial sperren muss. Dann bis 20:00 Uhr nervende Fahrt nach Moshi (350 km). Wir sind froh, als wir nach ca. 2 Stunden wieder feste Strasse erreichen. Die Reservierung fürs Buffalo hat nicht geklappt, so dass wir ein anderes Hotel suchen müssen. Nach längerer Suche finden wir eines, wesentlich besser als das Buffalo, allerdings etwas ausserhalb der Stadt (Keys Park, 20 $ pro Zimmer)

Nach dem Duschen treffen wir uns mit unseren afrikanischen Freunden und feiern noch bis 24:00 Uhr Abschiedsparty. Ich habe zwischenzeitlich unseren Rückflug um einen Tag vorverlegt, hierzu das OK bekommen. Dies wird Anlass für einen sehr angenehmen Abschluss unserer Reise werden. Hierüber wird in den folgenden Einträgen zu berichten sein.

1. März 2003 - Lake Manyara

Langsames Erwachen auf grüner Wiese. Moskitos „standen vor der Gaze Schlange“ (erfolglos!) Wäsche ge-cleant und ironed zurück. Frühstück von unseren Freunden gewohnt lecker und ausführlich. Vor der Abfahrt „kurzer Besuch“ im „Einkaufszentrum“ gegenüber. In .................. Einkauf von ca. 10 kg Ebenholz für viel zu viel Geld. Kurze Zeit später verlassen wir die befestigte (von Japanern „gesponsorte“ geteerte) Strasse und landen im Ort Moskito. Unsere Begleiter sind (seltsamerweise) für einige Zeit komplett verschwunden. Wir sind ca. 20 Händlern und ihrem Angebot vom Schmuck, Ketten, Armreifen, Baltic-Tüchern etc. ausgeliefert. Zeitweise habe ich für einen 100-$-Schein ca. 30 Ketten auf der Hand, in der Hoffnung, dass der Händler mit dem Wechselgeld zurückkommt. GROSSE FREUDE: er kommt nach ca. 10 Minuten doch mit (!) dem kompletten Wechselgeld zurück und ich muss die Ketten doch nicht selbst verkaufen. Der LAKE MANIARA-Park ist nicht sehr aufregend, aber sehr weitläufig. Nach dem Lunch sind alle schon ziemlich ermattet, während unsere Guides mit ihrem alterschwachen Jeep das nächste Animal suchen. Schön waren Flamingos, Monkeys (Babuns), Giraffen, Elefanten, Warzenschweine, Gnus, Antilopen...
Weiter geht es zum NGORONGORO-Park (Camp davor). Es ging aus dem ostafrikanischen Graben auf über 2000 Meter auf „üblen Strassen“. Camp ist top mit Dusche, offenem Kamin und Gästen aus Dänemark auf Weltreise. Angenehme Ruhe – es geht uns gut!


Unsere Begleiter geben nocheinmal alles und kochen fast 2 Stunden für uns. Lecker und reichlich – wir sind zufrieden.


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28. Februar 2003 - Arusha-Nationalpark

Heute ist der erste Tag unserer Safari. Wir wurden um 8:30 Uhr mit einem „verwertungsreifen“ Toyota Landcruiser vorm „Buffalo“ abgeholt. „Hadj“ fährt, Ali und Adam sind Beisitzer. Es geht aus Moshi über Arusha zum Arusha-Nationalpark. Dieser ist ganz und gar nicht so, wie man sich einen solchen vorstellt. Man fährt über „Waldwege“ durch einen Hochwald mit verschiedenen Lichtungen. Wir sehen fürs erste lediglich in Fernglasweite Büffel, Giraffen, Paviane, Zebras und Warzenschweine. Später dann aus nächster Nähe Flamingos und vor allem Giraffen. Nach Verzehr unseres Lunchpaketes fahren wir los, um möglichst kurz vor unserem morgigen Ziel, dem Lake Maniara, einen Campingplatz anzusteuern. Auf dem Weg dorthin hielten wir an einem kombinierten Erfrischungs-„Curioshop“. Bevor wir eine eiskalte Cola tranken, erstanden wir nach teilweise erbitterten Verhandlungen diverse Holzköpfe aus „Ebony“ und „anderen“. Wie sich später herausstellte, viel zu teuer. Die Höhe des Ansatzes beim „klassischen Verhandlungsgeschäft“ stellte sich als zu hoch heraus, da diese gegenüber der Anfangsforderung gar nicht unverfroren genug ausfallen kann. Doch wir sind lernfähig und werden die „Schockwirkung“ von hergesagten „Einstiegsunverschämtheiten“ voll ausnutzen.

Wir kamen auf einen für hiesige Verhältnisse ordentlichen Campingplatz an, bauten die Zelte auf und duschten. In der Zwischenzeit bereitete unsere „Crew“ das Abendessen. Der Abend klang gemütlich bei Bier, aber auch jeder Menge Mückenstiche aus.


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27. Februar 2003 - Zurück in Moshi

Die Nacht war genial, keine Kälte, herrlicher Schlaf nach der großen Anstrengung des Vortages und des fehlenden Schlafes. Nach einem wieder schmackhaften Frühstück machen wir uns auf die letzte Etappe. ´Ca. 3-4 Stunden zurück auf 1800 Meter. Die Zeitvorgabe ist richtig, wir sind gegen 11:00 Uhr am Mweka-Gate. Hartmudi erwartet uns. Er sieht erholt aus und bestätigt uns diesen Eindruck auch sofort. Er berichtet, dass er sich unmittelbar nach seinem Abstieg gefragt habe, warum er umgekehrt sei, es sei ihm wieder gut gegangen. Dies deutet darauf hin, dass er tatsächlich mit der AMS gekämpft hat.

Wir erledigen die Formalitäten. Eintragungen ins Buch und Abmeldung aus dem NP Kilimandjaro. Die Abholmannschaft hat uns ein Lunchpaket mitgebracht, welches wir unter einem schattenspendenden Baum verzehren. Dann geht es ab, zurück nach Moshi. Wir bekommen eine Stunde, uns frischzumachen, verabreden uns für den Nachmittag. Moos peilt die Bierlage, da er als erster fertig ist und berichtet, dass die ganze Mannschaft schon unten in der Bar auf uns wartet. Wir sortieren die Geschenke und beratschlagen über die Höhe des Trinkgeldes. Wir kommen auf 650 $. Unser Geschenkesack ist ziemlich groß. Die Uhren, 2 Stirnlampen, Sticks, Stifte, Klamotten, Rucksäcke. Wir kommen runter und begrüßen die Träger, Führer und den Koch. Mali bestellt für alle Bier. Dann geht es los. Wir bedanken uns wortreich für die gute Arbeit und beginnen, die Geschenke zu verteilen. Wir beginnen mit „Hallooouuuhhh Ali“, er bekommt die Seiko-Uhr, Adam die zweitschönste, eine weitere für den Second-Guide und den Chefträger, die letzte für Matata. Alle weiteren Geschenke kommen auf den Tisch auf einen großen Haufen. Ali packt die ganzen Sachen, sobald wir fertig sind. Wie diese später verteilt werden, entzieht sich komplett unserer Kenntnis. Die Mannschaft klatscht. Wir übergeben noch das Trinkgeld. Matata bedankt sich bei uns für die Geschenke, das Geschäft, das er mit uns hatte und unsere Freundlichkeit. Wir unterhalten uns noch eine Weile und tragen uns im Recommondation-Book ein. Dort sind die meisten Einträge von Japanern und im übrigen bunt gemischt. Matata bespricht noch das Safari-Programm mit uns und stellt uns dem Safari-Guide „Hadj“ vor, der die Safari führen wird. 

Wir verabschieden uns und gehen in die Stadt. Wir entdecken einen Markt und sind begeistert. Ein völlig verwinkelter Markt mit allen mögliche Früchten und einer Unmenge von Händlern. Wir fragen uns, wie diese Menge von dem Handel leben können. Alle wollen irgendetwas verkaufen und die Mutigsten sprechen uns an. Alles ist dreckig und provisorisch, aber sehr interessant. M. und W. kaufen sich Sandalen. Bei einem Massai kaufe ich ein aus Baumrinde bestehendes Pulver gegen alle möglichen Krankheiten. Wir kaufen Bananen und eine Melone. Dann begeben wir uns auf den Rückweg, schauen Schwarzen bei einem Brettspiel zu. Alles ist hier ganz anders, als in Europa. Wir finden die empfohlene Dachterrasse des Kindorok-Hotels und essen Abendbrot. Von hier aus ist der Kili herrlich zu sehen. Gegen 23:30 Uhr gehen wir zu Bett. Morgen geht’s wieder beizeiten los.

26. Februar 2003 - Aufstieg auf den Uhuru Peak

Wir packen unsere Sachen, trinken Tee und essen Kekse. Ali kommt vorbei und sagt „Halloouuh“.

24:00 Uhr Gratulation zu meinem 40. Geburtstag. Uns steht ein höllisch anstrengender, aber auch sehr beeindruckender Tag bevor. Abmarsch 0:12 Uhr. Zu dieser Zeit gehen auch die meisten anderen Gruppen, so dass am Berg eine Kette von Lichtern sichtbar ist. Ali läuft wie immer langsam und ohne Pause. So werden wir gelegentlich überholt und überholen pausierende Gruppen. Zuerst geht es durch eine felsige Landschaft recht gut zu laufen. Bis 5000 Meter geht alles gut, wir waren alle noch recht gut drauf, auch meine Kopfschmerzen sind weg. Herrliches Panorama: 4500 Meter unter uns liegt Moshi erleuchtet, über uns klarer Sternenhimmel, die Milchstraße und die liegende Mondsichel. Ab 5000 Meter wurde es hart (Luftmangel). Uns kamen schon einige Umkehrer entgegen. Wassja und ich befanden uns in einer Art Dämmerzustand, man war müde und spürte die Belastung nicht mehr. Es war so, als würde man sich selbst von fern beobachten. Ab 5500 Meter wurde es dann zur Hölle. Wassja hatte totale Probleme mit der Luft. Die Gruppe riss auseinander. Vorn Ali mit Andreas, hinten Wassja und Mali. Mali hat sich übergeben, wollte fast umkehren. Der Führer hat ihn zum Weitergehen überredet.
Der Weg wird zusätzlich sehr anstrengend, ca. 45° steiler Schuttkegel. Ich mache immer einen großen Schritt, die Hände auf die Knie gestützt, und dann gebeugt 2 tiefe Atemzüge. Es hat fast die Lunge zerrissen, -15°C. Wir sind wie Roboter hinter Ali her, hatten jedes Gefühl für Zeit und Raum verloren. Um 6:00 Uhr waren wir am Stella Point (Ali / Andreas). Dann kam Wassja, legte seinen Mageninhalt ab, während Ali gemütlich eine Zigarette „Sportsman“ qualmt. Nach einigen Minuten kam auch Mali, er sah ziemlich schlimm aus. Herrliches Panorama. Krater, unter uns die Wolkendecke, Gletscher, die Sonne geht über dem Mawenzi auf. Kurze Fotosession, dann weiter zum Uhuru Peak.
Leider kann man die Eindrücke nicht mehr voll bewusst wahrnehmen, da wir durch die Höhe ziemlich angeschlagen sind (ich denke, wir sind zu schnell aufgestiegen, 1 – 2 Tage mehr Akklimatisierung wären nicht schlecht gewesen). Wir umrunden ca. ¼ des Kraters, vorbei am Gletscher (links), rechts liegt der Krater, ca. 150 Meter tief. Gegen 7:15 Uhr sind wir am Uhuru Peak (5896 Meter), total fertig, selbst auf der Geraden war jeder Schritt eine Qual. Wassja geht es von allen offenbar am besten. Der Peak ist enttäuschend, eine Menge Leute und als Gipfel nicht unbedingt zu erkennen. Schnell ein paar Fotos und dann zurück. Ali drängt zur Eile, da wir zunehmend verfallen und dringend tiefer müssen. Wir taumeln zurück zu Stella Point und rennen dann fast wie um unser Leben den Schuttkegel runter. Mali sieht aus wie eine Leiche, macht alles nur noch mechanisch.
Kurz vor 9:00 Uhr sind wir im Lager, total fertig, aber es geht uns wieder besser, da wir nur noch auf 4550 Meter sind. Auf diese Höhe sind wir wahrscheinlich schon sehr gut angepasst. Wir legen uns eine Stunde ins Zelt, danach gibt es Tee und was zu essen. Dann packen wir die Sachen und 11:30 Uhr beginnt der Abstieg. Zuerst kahle Felsen, ab ca. 4000 Meter die erste Vegetation. Der Weg ist ziemlich steil, doch wie freuen uns, dass wir tiefer kommen. Ab 3500 Meter kann man wieder richtig atmen und die Luft riecht würzig.

Wir sind alle wieder 100 % regeneriert. Kurze Rast am Millenium-Camp, dann weiter auf gut ausgebautem Weg durch zunehmend dichte Wälder zum Mweka-Camp (2900 Meter). Dort gibt es eine Runde Bier für die Träger und Abendessen. Außerdem schneiden wir unseren Schinken an. Hartmut ist nach Moshi abgestiegen. Erstaunlich, wie schnell wir uns erholt haben. Auch die 3000 Höhenmeter Abstieg haben wir recht gut hinter uns gebracht.


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25. Februar 2003 - Aufstieg zum Baraffo-Camp

Das Wetter ist immer noch bestens. Hartmut ist leider gar nicht gut drauf. Sein Puls ist viel zu hoch, aber er will es probieren.
Die heutige Tour ist nicht so schwierig, wir „wechseln“ vom Karango-Camp ins Baraffo-Camp (4550 Meter) (sozusagen Basislager für Kibo).
Nach ca. 1 Stunde ist Hartmut sehr angeschlagen. Unser Guide Ali will, dass wir ohne Hartmut weitergehen. Wir wollen aber auf ihn warten. Zuguterletzt zieht Andrew vorn und Mali schiebt hinten. So erreichen wir mit Hartmut in der Mitte das Camp.
Die Entscheidung, abzubrechen, hatte er schon zuvor getroffen. Nach 1 Stunde Ausruhen begleitet unser Koch Adam Hartmut ins Tal... schade, aber vernünftig.

Dass Baraffo-Camp ist das wohl mit Abstand schönste auf unserer Tour. Es liegt an der Grenze zwischen dem wolkigen Westteil und dem trockenen Ostteil des Berges auf einem Felssporn, der nach allen Seiten recht steil abfällt. Man sieht, wie sich am Grat die ständig von Westen heranziehenden Wolken auflösen. Wir haben einen herrlichen Blick ins Tal und sehen zum ersten Mal den Kibo-Sattel und dahinter denn Mawenzi, einen gewaltigen Berg mit ganz eigenartiger Form (wahrscheinlich ein verwitterter Vulkanschlot). Ein unvergessliches Panorama! Lustigerweise haben wir von hier gelegentlich telefonischen Kontakt, so dass wir kurz zu Hause anrufen können. Da die verbliebene Restmannschaft noch recht gut drauf ist, unternehmen wir zur Akklimatisierung noch einen Spaziergang bis auf 4700 m Höhe.

Nachmittags sehen wir einige Leute, welche vom Gipfel zurück kommen. Sie sehen ziemlich angegriffen aus.

Abends beginnen bei mir (Andreas) wieder die üblichen Kopfschmerzen. Aspirin soll helfen, es verdünnt angeblich das Blut. Ich verzichte drauf (auch so eine Art Sport, möglichst ohne Chemie den Berg zu besteigen).

23:30 Uhr ist Wecken für den Aufstieg.


Ich hatte in der Nacht schon wieder fürchterliche Kopfschmerzen, als ich mal raus musste, bin ich fast zusammengebrochen, so schlecht war mir (Höhenprobleme). Es scheint immer das gleiche zu sein: tagsüber fühlt man sich gut, abends hat man Kopfschmerzen, früh geht es einem wieder gut.

24. Februar 2003 - Aufstig zum Karango-Camp

Hinter unserem Zelt, noch im Schatten liegend, türmt sich Breakfast-Wall vor uns auf. Sie stellt den Beginn unserer heutigen Wanderung dar und erscheint eigentliche sehr schwierig. Aber Ali nimmt uns die Sorgen und zeigt uns die anderen Bergsteiger in der Wand.
Alle haben sich erholt. Auch Hartmut nimmt wieder am Frühstück teil, welches wie immer sehr lecker ist. Um 9:00 Uhr geht die Tagestour Richtung Karango-Camp los. Die Wand ist zwar steil, aber überhaupt nicht schwierig. Nach einer Stunde sind wir oben und haben den Blick frei ins nächste Tal. Dieses durchqueren wir. Hartmut, der sich offensichtlich immer noch nicht gänzlich erholt hat, fragt Ali nach dem Weg. Ali erklärt den Weg und bestimmt die Dauer mit noch 20 Minuten. Doch diese Angabe ist zu optimistisch. Hinzu kommt, dass sich Ali offensichtlich über den Standort unseres Nachtlagers täuscht. Es liegt nicht im Tal, sondern auf dem angrenzenden Sattel. Hartmut ist aufgebracht, kann aber daran nichts ändern.
Wir steigen ins Tal hinab und fassen an dem dort fließenden kleinen Bach Wasser. Es ist bis zu unserem Abstieg das letzte Wasser. Sämtlicher Bedarf ist nunmehr zu transportieren.
Danach erklimmen wir den Sattel und finden unsere Zelte pico-bello aufgebaut. Wir nehmen unser Lunch ein.

Ich habe die Idee, nochmal in das Tal zum Bach hinab zu steigen und dort ein Bad zu nehmen. Moos und Mali lassen sich begeistern. Wir laufen hinunter und nehmen im kalten blauen Bachwasser ein erfrischendes Bad. Wie neu geboren gehen wir zurück zum Camp und warten auf das Abendbrot. Wir lassen es uns schmecken und werfen noch einen letzten Blick ins Tal auf Moshi und lassen den Tag ausklingen...

23. Februar 2003 - Aufstieg zum Baranco-Camp

Ich beginne diese Zeilen erst verspätet am 24.02.2003, da ich gestern vermutlich einen totalen körperlichen Zusammenbruch hatte. Ich konnte mich mit etwas Mühe in den Schlafsack „retten“ und bin auch nicht mehr aufgestanden. Ali wollte mir das Abendbrot ans Zelt servieren, ich konnte ihn nur mit Mühe davon überzeugen, dass schlafen für den Moment wichtiger ist als essen. Der Tag selbst begann mit leichten Schläfendruck, welcher zügig nachließ und keinerlei sonstigen Beschwerden. Das eigentlich Prekäre war vermutlich die Kombination aus absoluter...

...Hartmut kann heute nicht weiterschreiben. Er ist zu erschöpft und der Abmarsch steht bevor. Die Etappe beginnt mit mäßigem Anstieg - bei wie üblich schönem Wetter am Vormittag. 8:40 Uhr. Wir steigen allmählich. Die Gegend ist karg, es gibt kaum Pflanzen. Vor uns taucht plötzlich der Lava-Tower auf. Um dort vorbei zu gehen, müssen wir den Weg nach links nehmen. Dieser Weg wird uns auf eine Höhe von 4500 Metern bringen. Der nach rechts abbiegende Weg hat einen flacheren Verlauf. Wir nähern uns dem Lava-Tower und machen erst einmal Lunchtime. Wir waren früh mit einem gleichnamigen Paket ausgestattet worden.

Bei Hartmut deuten sich erste Anzeichen von ernsterer Schwäche an. Er benötigt lange Pausen.
Dann geht es weiter noch 400 Meter bis zum Fuß des Lava-Towers. Der Lava-Tower ist eine einzelne Erhebung von ca. 70 Metern. M., M. und ich beschließen, den Tower zusammen mit Ali zu besteigen. Es ist steil und recht anstrengend, doch wir sind glücklich als wir oben stehen. Hartmut ist 70 Meter tiefer zu erkennen und ruht sich aus. Wir fotografieren uns gegenseitig und steigen wieder ab. Es ist schon 14:00 Uhr und wir haben noch ein großes Stück vor uns. Bergauf. Bergab. Ali wird immer schneller und kennt keine Freunde mehr. Inzwischen haben Moos und ich Kopfschmerzen. Wir können trotzdem noch auf die ungewöhnliche Pflanzenwelt achten. Er stehen hunderte Senezien herum, Bäume, die oben eine runde Krone an aus länglichen Blättern haben und unten einen Stamm aus den abgestorbenen Blättern. Ich habe solche Pflanzen noch nie gesehen.
Es geht weiter bergab bis auf 3950 Meter. Die Kopfschmerzen müssten der Theorie nach verschwinden, tun es aber nicht. In dem wunderschön gelegenen Baranco-Camp angekommen sind wir alle ziemlich am Ende. Hartmut legt sich, wie er selbst schon beschrieben hat, sofort ins Zelt und ist zu nichts mehr zu bewegen. Auch Moos und ich nehmen eine Auszeit. Uns ist schlecht und wir haben Kopfschmerzen. Nach 1 Stunde stehe ich auf, mir geht es bedeutend besser. Moos folgt kurze Zeit später. Ich höre talabwärts einen Fluss plätschern und habe sofort die Idee, dort eine ausgiebige Wäsche zu veranstalten. Ich teile Mali meine Idee mit, und höre, dass er schon waschen war. Also gehe ich allein. Nur 2 Minuten entfernt fließt ein Bächlein. Ich entledige mich aller Sachen und wasche mich gründlich. Eine Wohltat.
Moos lässt sich nur animieren, seinen Oberkörper zu waschen. Dann gibt es Abendbrot. Keiner hat Appetit. Wir löffeln bloß ein bisschen Suppe und essen unser Brot. Nach dem obligatorischen Blick auf Moshi, welches sich malerisch im Tal zeigt, und einem Blick auf den phantastischen Sternenhimmel gehen wir zu Bett.


I have a look to Hartmudi.

22. Februar 2003 - Aufstieg zum Camp Shira

Alle noch da, keiner erfroren. Hartmut ist der gesündeste, er schläft sehr gut. 7:00 Uhr wecken (war nicht erforderlich). Seit 6:00 Uhr Gewusel von ca. 30 Touris + Guides + Trägern + ...
Auf den Zelten gab es Eis! Das Frühstück war ebenso spitze wie das Abendbrot. Üppig, auf den silbernen Tabletts mit allem drum und dran. Unsere Mannschaft kümmert sich aufmerksam um uns. Leider sind alle Gruppen fast gleichzeitig (ca. 8:30 Uhr) aufgebrochen, was zu Staus und ständigen wechselseitigen Überholvorgängen führte. Die meisten sind ganz gut drauf, aber es gibt auch einige Idioten – die es unglaublich finden, wenn man ihre Ausrüstung  berührt. Auch am 2. Tag kein Regentropfen, sondern nur schönes Wetter. Die Route (mit ca. 900 Metern Höhengewinn) verlief zunächst durch Niedrigwald und Gestrüpp. Interessanter waren einige Kraxelabschnitte am Felsen nach dem Verlassen der Baumzone. Hier gibt es nur noch Moos, Flechten, Senezien und auch schöne Blumen. Am half way point wieder ein üppiges Lunch mit viel Früchten (Tomate, Gurke, Limetten, Honigmelone, ...) Die Gurkenscheiben sogar sternförmig ausgeschnitten. Kleine technische Erfahrung: Teebeutel in einem Wassersack sind blöd - saugen sich ganz schlecht an.
Ankunft im Camp II („Shira“, Höhe 3750 m). Schon 14:00 Uhr.
ECHT UNGLAUBLICH! Unsere Zelte waren schon aufgebaut - in bester Lage und besser als von uns selbst. Da noch viel Zeit, noch kleiner Abstecher auf Hügel in der Nähe (nochmal 60 Höhenmeter)
Zwischen der Beschreibung im TANZANIA-Buch (zur heutigen Route) und unseren eigenen Erfahrungen existieren doch erhebliche Abweichungen. Der Typ (im Buch) übertreibt etwas!
GANZ ERFREULICH: Keinerlei Anzeichen von Höhenkrankheit, Kurzatmigkeit und anderen „Ausfällen“. Maximal leichte Kopfschmerzen. Kann morgen schon anders sein...

Am Ende des Tages sind wieder alle Wolken verschwunden und geben den Blick frei auf Moshi und den Kili (imposant!)

21. Februar 2003 - Aufstieg zum Camp Machame-Hut

Wir haben im Hotel fürstlich geschlafen. Mehrmals in der Nacht war Stromausfall, der Ventilator blieb stehen und die Temperatur stieg, so dass man aufwachte.
Gegen 7:30 Uhr stehen wir auf. Wir packen unsere Sachen. Wir haben jeder einen Rucksack zum selbst tragen (Hartmut: 8 kg, Mali und Andreas: je 12 kg, Thomas: 16 kg). Den Rest packen wir in Plastiktüten für die Träger (ca. 15 kg pro Träger). Zum Frühstück gibt es Omelett, Cornflakes und Kaffee.
Um 9:00 Uhr laden wir die Sachen in den Jeep und starten. Die Fahrt zum Gate dauert ca. 1 Stunde: Zuerst Asphalt, dann biegen wir nach Machame ab. Wir fahren durch eine fruchtbare Landschaft, da regelmäßig viel Regen durch die am Kili angestauten Wolken fällt. Dann geht es auf unbefestigtem Weg durch ein „Walddorf“. Die Leute wohnen mitten im Wald (hauptsächlich Bananenpflanzen). Sieht gepflegt aus. Es ist keine Armut zu sehen. Die Strecke bis zum Gate sind wir gefahren (lt. Reiseführer müsste man das eigentlich schon laufen). Am Gate erledigen wir die Formalitäten, bezahlen, und verteilen die Last auf Träger. Außerdem schießen wir das obligatorische Foto vor dem Parkeingangs-Schild. Es ist sehr viel Betrieb hier.
Start ist ca. 11:00 Uhr auf 1700 Meter Höhe. Es geht Regenwald, über querliegende Stämme, z. T. durch Morast, wir sehen riesige Bäume. Es sind keine Tiere zu sehen! Der Weg führt mäßig steil bergauf und wir gehen „Pole Pole“ (ca. 1 Schritt pro Sekunde), am Anfang erscheint es uns viel zu langsam (Puls ca. 125/m-1, 250 Meter Höhe pro Stunde). Dieses langsame und gleichmäßige Tempo ohne Pausen hat sich jedoch im Nachgang als sehr gut herausgestellt, die wir in diesem Tempo bis zum Gipfel gelaufen sind. Wir sollten auch auf künftigen Touren so langsam gehen. Es ist nicht sehr anstrengend. Die Träger sind z. T. 50 %  schneller als wir, manche kommen wieder runter (gehen 2x?) Zum Glück fällt kein Regen (obwohl im Reiseführer stand, dass es 2 mal am Tag mächtiges Gewitter gibt)! Zuerst laufen wir auf erdigem Untergrund, der Weg ist 0,50-2 Meter breit, später wird es felsig (Vulkangestein). Die meisten Träger tragen riesige Beutel, auch Rucksäcke auf dem Kopf (sieht gut aus!) Wir laufen bis 14:00 Uhr ohne Pause, dann machen ca. 20 min Mittagspause (Apfel, Hamburger). Wassjas Knie kracht sehr laut, sonst ist alles ok. Unser Wasser war Mittag fast alle (3 Liter). Nachschub hat nicht richtig geklappt, weil wir am Bach vorbei gelaufen sind, ohne Wasser zu fassen. Danach wurde der Regenwald noch feuchter, wie liefen auf einer Lavarippe (links und rechts ging es steil runter). Durch die Höhe hatten wir „Abgasantrieb“. Hartmut hatte ab 2600 Meter Ohrensausen. Ca. 16:00 Uhr verlassen wir den Wald (2800 Meter). 20 °C. Niedrige Sträucher. Wolkig, sehr angenehm.
Ca. 17:00 Uhr Ankunft im Camp Machame-Hut (Blechhütte). Schock: ca. 20 Zelte (lt. Buch ca. 30 Leute und ca. 70 Träger). Wir bauen unsere Zelt auf (zum letzten mal selbst, da wir ja nicht ganz so dekadent sein wollen, jedoch weisen uns unsere Träger darauf hin, dass dies nicht unser job sei). Tea Time (Tee, Kaffee, Milch, Kekse, Mais). Danach Erkundung des Zeltplatzes. Wir finden ein etwas gewöhnungsbedürftiges Stehklo, na ja (ich glaube, an dem Tag ist keiner drauf gegangen, an den folgenden Tagen hat uns die Not getrieben)… Unser Koch macht auf dem Benzinkocher ein fürstliches Mahl (Suppe, Fleisch, Kartoffeln, Pasta, Mangos...). Es ist viel zu viel, so dass wir einen  Teil leider zurückgeben müssen! Lustig war, wie wir aufgrund von Verständigungsschwierigkeiten heldenhaft das nach Benzin schmeckende Waschwasser getrunken haben, da wir annahmen, das dies Trinkwasser sei („is this drinking water?“ à „Yeah!“, wobei „Yeah“ nicht „ja“ sondern “hä??“ heisst). Wir haben den Benzingeschmack durch einige Teebeutel verdrängt.

.... zumindest haben wir keine Stühle und Tische mit wie andere... Träger und Koch sind sehr freundlich. 19:00 Uhr bricht die Dunkelheit sehr schnell herein. Wir sehen einen herrlichen Sternenhimmel (Milchstrasse, kleiner Waagen, Orion, Sternschnuppe). Beeindruckend, wir sind alle gut drauf und optimistisch. 22:00 Uhr Schlaf. Hartmut schnarcht ab 22:05 Uhr fürstlich und Mali lässt noch einen krachen. Ab 22:30 Uhr herrscht absolute Ruhe.


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20. Februar 2003 - Busfahrt nach Moshi

Um 05:30 Uhr landet die erste Maschine, so dass wir ab 06:00 Uhr nicht mehr schlafen können und aufstehen. Kurz eingepackt, gewaschen und raus. Wir finden eine Cafeteria und warten bei Capuccino und Sandwich auf den Bus.
Der Bus kommt pünktlich 08:30 Uhr. Das Gepäck wird auf das Dach verladen und los geht es.
Die Fahrt ist interessant. Wir loben Moos, dass er diese Route gebucht hat.
Zunächst staune ich – alle fahren links. Linksverkehr.
An den Strassenrändern schlendern viele Schwarze herum. Es scheint, als hätten sie nichts zu tun. Alle paar Kilometer sehen wir uns umgeben von Hütten, die bunt mit Werbung voll und teilweise noch nicht fertig gebaut sind und alles mögliche anbieten. Wir fragen uns, für wen, denn Touristen halten hier wahrscheinlich selten. Große Teile des Weges sind rechts und links von Steppe gesäumt. Auf dieser stehen anfangs noch Bäume. Von Zeit zu Zeit kommen Tierherden am Rand vorbei, die von Massais gehütet werden, oft auch von kleinen Kindern.
Auch sehen wir immer wieder Massai, sowohl Männer als auch Frauen, die irgendwie ziellos durch die Gegend schlendern. Alle haben einen Stock dabei. An der Kleidung. gefallen mir die Farben. Die (Erde) sieht rot aus und alle paar 100 Meter erheben sich rote, steile Hügel. Wir vermuten, dass es sich um Termitenhügel handelt.

Dann kommt die Grenze. Vorher müssen wir ein Einreiseformular – bekannt für Kenia – ausfüllen und ein Einreisedokument für Tansania. Massaifrauen wollen uns durch die Busfenster Schmuck verkaufen. Der Busfahrer weist uns an, nichts zu kaufen. Das hängt vermutlich mit der Grenze zusammen. Im übrigen herrscht ein ziemliches Gewusel im Grenzbereich. Aber alles scheint organisiert. Nun noch der tansanianische Grenzposten. Umständlicherweise muss das gesamte Gepäck vom Dach geholt werden. Danach kommt eine dicke Schwarze und macht an jedes ein Kreuz mit Kreide. Hartmut will sich drücken, scheitert aber kläglich. Dann geht es weiter. Die Farbe der Erde ändert sich ins graue. Später ins schwarze. Je weiter wir vorankommen, desto fruchtbarer wird die Erde. Dann sehen wir zum ersten mal den Kili: ein gewaltiger Berg! Im Laufe der Fahrt umrunden wir ihn ca. zur Hälfte. Einige Kilometer vor Arusha beginnt rechts und links Landwirtschaft, Mais im wesentlichen. Dann kommen wir in die größte Stadt am Kili Arusha. Nach offiziellen Angaben 150.000 Einwohner.
Ungefähr in der Stadtmitte machen wir eine Pause. Wir nutzen die Pause und gehen ein Bier trinken und essen etwas im Nov-Hotel. 14:00 Uhr geht es weiter. Wir nähern uns jetzt mit großen Schritten Moshi und es scheint, als würde das Land noch grüner und fruchtbarer. Vermutlich durch den Berg gibt es hier genug Wasser, die Wolken bleiben an der Südseite des Gipfels hängen und spenden genug Regenwasser.
Im Moshi halten wir etwas abseits vom Busbahnhof, aber offensichtlich an der vereinbarten Stelle.
Denn plötzlich sehen wir am Fenster ein Schild mit unseren Namen. Matata hat uns also sofort gefunden. Wir begrüßen uns und steigen in den Jeep von Matata. Unser Ziel ist unser Hotel, das sogenannte „Bufallo“. Wir checken ein und verabreden uns mit Matata um 16:15 Uhr unten im Restaurant. Als wir runterkommen, erwartet uns ein großer Teil unserer Mannschaft. Wir bestellen Bier für alle und Matata erklärt uns das Prozedere. Wir besprechen die Route und die Preise. Plötzlich kommen die Lichtenwalder reingeschneit. Sie sind gerade von ihrem Trip zurückgekehrt.
Nachdem wir alles klargemacht haben, verabschieden wir uns. Start soll morgen um 9:00 Uhr sein. Jetzt wollen wir uns noch die Stadt anschauen.
Die Stadt ist ziemlich dreckig. Teilweise befinden sich Stützen unter den Decken der Häuser, die aus krummen Ästen und Bäumen bestehen.
Trotzdem ist die Stadt interessant. Überall wuselt es, alle wollen uns etwas verkaufen. Alle 10 Meter Zeitungsverkäufer. Ein Bus will uns irgendwohin fahren. Wir sagen alle Angebote bis auf eines ab. Hartmut kauft sich einen Safarihut.

In einer Gaststätte nehmen wir ein mittleres Bier zu uns und bleiben bis zur Dämmerung Dann gehen wir zurück und versuchen, die Kneipe zu finden, in welcher wir mit den Lichtenwaldern verabredet waren. Der Versuch misslingt. Ein großartiger, sehr schöner Tag geht zu Ende.


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19. Februar 2003 - Anreise nach Nairobi

Alle halten sich an die vereinbarten Zeiten. Kurz nach 01:00 Uhr fahren wir, nachdem wir uns von Jana und Sandra verabschiedet haben, mit dem gecharterten VW-Bus, der von Micha - einem Kollegen von Mali - gelenkt wird, los. Nach kurzer Fahrt durch das nächtliche Chemnitz lesen wir auf der Weststrasse Mali und Hartmut auf. Die Truppe ist komplett.
Das Wetter spielt mit, die Autobahn ist trocken.
Wir stimmen uns langsam auf unsere Reise ein.
Urplötzlich muss Mali, der das Steuer übernommen hat, stark abbremsen. Der Grund: unsere Fahrbahn war nicht mehr vorhanden. Nach schneller Analyse ist klar; ein LkW war von der Gegenfahrbahn gegen die provisorische Leitplanke geknallt und hatte diese vollständig an die gegenüberliegenden Leitplanke geschoben. Hierbei hat er eine Golf fast vollständig zwischen den Leitplanken eingeklemmt. Wir ahnen Unheil und überlegen, was zu tun ist. Es finden sich ein paar Leute, die versuchen, die Leitplanke wieder in die Mitte zu ziehen, um eine Durchfahrt zu ermöglichen. Es gelingt uns wider Erwarten. Nun schnell noch das eingeklemmte, nun wieder befreite Auto an den Rand fahren, was Mali übernimmt, und wir können weiter Richtung Flughafen. Glück gehabt!
Gegen 04:45 Uhr kommen wir in München / Flughafen an. Wir schlagen die Zeit bis zum Abflug 07:15 Uhr Richtung Brüssel tot.
Der Flieger startet pünktlich, ebenso landet er.
Der Zubringerflug ist ausgebucht. Wir stellen fest, dass dies auch der Grund dafür war, dass die Verbindung nach Nairobi via Brüssel schon frühzeitig ausgebucht war. Der A330, der uns nach Nairobi bringt, ist dagegen halb leer. Es fliegen im übrigen auch eine Menge Afrikaner mit. Der Flug startet pünktlich um 10:45 Uhr. Die Stewardessen versorgen uns gut und lesen uns fast jeden Wunsch von den Lippen ab.
Später fragt mich eine Schwarze 4 Reihen hinter mir, ob ich versuchen könnte, ihr Gepäckfach zu schließen. Wegen meiner handwerklichen Fähigkeiten konnte ich ihr nicht helfen.
Schade, dass alle 5er Reihen in Flugzeugen schon mit einzelnen Personen belegt sind, alle wollen den langen Flug verschlafen. Gegen 19:30 Uhr dämmert es kurz und die Nacht ist da. Dann auch schon die Zwischenlandung in Enktebe (Uganda). Hier steigen ein paar Leute aus und ein paar mit dem Ziel Brüssel via Nairobi ein. Der Rest wird in Nairobi zusteigen. Es scheint, als wäre dies auch unsere Rückflugvariante. 22:20 Uhr landen wir.
Am Checkpoint sitzt eine freundliche Schwarze und schwatzt mit uns. Wir erzählen ihr von unseren Reiseabsichten. Sie fragt, ob wir ihr Englisch gut verstehen und das Kenia auch ein schönes Land sei und wir auch mal nach Kenia kommen sollten. Unsere Annahmen sind bisher davon ausgegangen, das wir das Flugplatzgelände über Nacht verlassen müssen. Ich spreche einen schwarzen Bediensteten an und erkläre ihm unsere Planung und wir fragen, ob wir bis zur Busabfahrt morgen früh im Gelände bleiben können. Die Kenianer sind sehr freundlich und unterhalten sich völlig unbefangen mit uns. Im Gebäude zu übernachten ist kein Problem. Wir fragen nach dem Office der Buslinie, die wir morgen für unsere Fahrt nach Tansania / Moshi nehmen wollen. Obwohl unsere Ankunft die letzte für heute war, hat das Office nach Aussage des schwarzen Bediensteten noch offen. Moos und ich übernehmen den Erwerb der Tickets.
Da wir den Transitraum verlassen müssen, ist noch eine Absprache mit dem Wachmann notwendig, damit wir wieder rein können. Hartmut und Mali schlagen derweil das Nachtlager auf. Kaum haben wir den Transitraum verlassen, kommen jede Menge Schwarze auf uns zu und wollen uns alles mögliche anbieten. Taxifahrten, Hotels, Transfer nach Tansania usw.
Wir erwähnen kurz den Namen Bus-Company, als uns plötzlich 6-7 Schwarze umringen und uns in den 2. Stock ins Office bitten. Einer stellt sich als Chef heraus und wir erklären ihm unser Ziel. Wir sind uns schnell einig. 45 US$ für jeden von uns. Er schreibt uns eine Quittung und gibt das Wechselgeld zurück. Wir verabschieden uns bis zum Morgen 08:30 Uhr. Moos und ich gehen nochmal kurz an die frische Luft, als wir Paul den Taxifahrer kennenlernen. Paul möchte uns gern in ein Hotel bringen und mit dem Taxi fahren. Wir erklären ihm, dass wir im Flughafen übernachten wollen und sagen „Tschüss“.

Mali und Hartmut haben den Platz für die Nacht hinter einem Schalter der SWISS AIR gefunden. Wir blasen unsere Isomatten auf und machen uns schlaffertig. Hartmut und ich schieben die Kopfenden unserer Matten unter den Schreibtisch, damit es etwas dunkler wird. Nachdem uns 2, 3 Bedienstete, die vorbeikamen, „good night“ gewünscht haben, schlafen wir. Und das wider Erwarten ganz gut.