Ich beginne
diese Zeilen erst verspätet am 24.02.2003, da ich gestern vermutlich einen
totalen körperlichen Zusammenbruch hatte. Ich konnte mich mit etwas Mühe in den
Schlafsack „retten“ und bin auch nicht mehr aufgestanden. Ali wollte mir das
Abendbrot ans Zelt servieren, ich konnte ihn nur mit Mühe davon überzeugen,
dass schlafen für den Moment wichtiger ist als essen. Der Tag selbst begann mit
leichten Schläfendruck, welcher zügig nachließ und keinerlei sonstigen
Beschwerden. Das eigentlich Prekäre war vermutlich die Kombination aus
absoluter...
...Hartmut
kann heute nicht weiterschreiben. Er ist zu erschöpft und der Abmarsch steht
bevor. Die Etappe beginnt mit mäßigem Anstieg - bei wie üblich schönem Wetter
am Vormittag. 8:40 Uhr. Wir steigen allmählich. Die Gegend ist karg, es gibt
kaum Pflanzen. Vor uns taucht plötzlich der Lava-Tower auf. Um dort vorbei zu
gehen, müssen wir den Weg nach links nehmen. Dieser Weg wird uns auf eine Höhe
von 4500 Metern bringen. Der nach rechts abbiegende Weg hat einen flacheren
Verlauf. Wir nähern uns dem Lava-Tower und machen erst einmal Lunchtime. Wir
waren früh mit einem gleichnamigen Paket ausgestattet worden.
Bei Hartmut
deuten sich erste Anzeichen von ernsterer Schwäche an. Er benötigt lange
Pausen.
Dann geht es
weiter noch 400 Meter bis zum Fuß des Lava-Towers. Der Lava-Tower ist eine
einzelne Erhebung von ca. 70 Metern. M., M. und ich beschließen, den Tower
zusammen mit Ali zu besteigen. Es ist steil und recht anstrengend, doch wir
sind glücklich als wir oben stehen. Hartmut ist 70 Meter tiefer zu erkennen und
ruht sich aus. Wir fotografieren uns gegenseitig und steigen wieder ab. Es ist
schon 14:00 Uhr und wir haben noch ein großes Stück vor uns. Bergauf. Bergab.
Ali wird immer schneller und kennt keine Freunde mehr. Inzwischen haben Moos
und ich Kopfschmerzen. Wir können trotzdem noch auf die ungewöhnliche
Pflanzenwelt achten. Er stehen hunderte Senezien herum, Bäume, die oben eine
runde Krone an aus länglichen Blättern haben und unten einen Stamm aus den
abgestorbenen Blättern. Ich habe solche Pflanzen noch nie gesehen.
Es geht weiter
bergab bis auf 3950 Meter. Die Kopfschmerzen müssten der Theorie nach
verschwinden, tun es aber nicht. In dem wunderschön gelegenen Baranco-Camp
angekommen sind wir alle ziemlich am Ende. Hartmut legt sich, wie er selbst
schon beschrieben hat, sofort ins Zelt und ist zu nichts mehr zu bewegen. Auch
Moos und ich nehmen eine Auszeit. Uns ist schlecht und wir haben Kopfschmerzen.
Nach 1 Stunde stehe ich auf, mir geht es bedeutend besser. Moos folgt kurze
Zeit später. Ich höre talabwärts einen Fluss plätschern und habe sofort die
Idee, dort eine ausgiebige Wäsche zu veranstalten. Ich teile Mali meine Idee mit,
und höre, dass er schon waschen war. Also gehe ich allein. Nur 2 Minuten
entfernt fließt ein Bächlein. Ich entledige mich aller Sachen und wasche mich
gründlich. Eine Wohltat.
Moos lässt
sich nur animieren, seinen Oberkörper zu waschen. Dann gibt es Abendbrot.
Keiner hat Appetit. Wir löffeln bloß ein bisschen Suppe und essen unser Brot.
Nach dem obligatorischen Blick auf Moshi, welches sich malerisch im Tal zeigt,
und einem Blick auf den phantastischen Sternenhimmel gehen wir zu Bett.
I have a look to Hartmudi.