Alle halten
sich an die vereinbarten Zeiten. Kurz nach 01:00 Uhr fahren wir, nachdem wir
uns von Jana und Sandra verabschiedet haben, mit dem gecharterten VW-Bus, der
von Micha - einem Kollegen von Mali - gelenkt wird, los. Nach
kurzer Fahrt durch das nächtliche Chemnitz lesen wir auf der Weststrasse Mali und Hartmut auf. Die Truppe ist komplett.
Das Wetter
spielt mit, die Autobahn ist trocken.
Wir stimmen
uns langsam auf unsere Reise ein.
Urplötzlich
muss Mali, der das Steuer übernommen hat, stark abbremsen. Der Grund: unsere
Fahrbahn war nicht mehr vorhanden. Nach schneller Analyse ist klar; ein LkW war
von der Gegenfahrbahn gegen die provisorische Leitplanke geknallt und hatte
diese vollständig an die gegenüberliegenden Leitplanke geschoben. Hierbei hat
er eine Golf fast vollständig zwischen den Leitplanken eingeklemmt. Wir ahnen
Unheil und überlegen, was zu tun ist. Es finden sich ein paar Leute, die
versuchen, die Leitplanke wieder in die Mitte zu ziehen, um eine Durchfahrt zu
ermöglichen. Es gelingt uns wider Erwarten. Nun schnell noch das eingeklemmte,
nun wieder befreite Auto an den Rand fahren, was Mali übernimmt, und wir können
weiter Richtung Flughafen. Glück gehabt!
Gegen 04:45
Uhr kommen wir in München / Flughafen an. Wir schlagen die Zeit bis zum Abflug
07:15 Uhr Richtung Brüssel tot.
Der Flieger
startet pünktlich, ebenso landet er.
Der
Zubringerflug ist ausgebucht. Wir stellen fest, dass dies auch der Grund dafür
war, dass die Verbindung nach Nairobi via Brüssel schon frühzeitig ausgebucht
war. Der A330, der uns nach Nairobi bringt, ist dagegen halb leer. Es fliegen
im übrigen auch eine Menge Afrikaner mit. Der Flug startet pünktlich um 10:45
Uhr. Die Stewardessen versorgen uns gut und lesen uns fast jeden Wunsch von den
Lippen ab.
Später fragt
mich eine Schwarze 4 Reihen hinter mir, ob ich versuchen könnte, ihr Gepäckfach
zu schließen. Wegen meiner handwerklichen Fähigkeiten konnte ich ihr nicht
helfen.
Schade, dass
alle 5er Reihen in Flugzeugen schon mit einzelnen Personen belegt sind, alle
wollen den langen Flug verschlafen. Gegen 19:30 Uhr dämmert es kurz und die
Nacht ist da. Dann auch schon die Zwischenlandung in Enktebe (Uganda). Hier
steigen ein paar Leute aus und ein paar mit dem Ziel Brüssel via Nairobi ein.
Der Rest wird in Nairobi zusteigen. Es scheint, als wäre dies auch unsere
Rückflugvariante. 22:20 Uhr landen wir.
Am Checkpoint
sitzt eine freundliche Schwarze und schwatzt mit uns. Wir erzählen ihr von
unseren Reiseabsichten. Sie fragt, ob wir ihr Englisch gut verstehen und das Kenia
auch ein schönes Land sei und wir auch mal nach Kenia kommen sollten. Unsere
Annahmen sind bisher davon ausgegangen, das wir das Flugplatzgelände über Nacht
verlassen müssen. Ich spreche einen schwarzen Bediensteten an und erkläre ihm
unsere Planung und wir fragen, ob wir bis zur Busabfahrt morgen früh im Gelände
bleiben können. Die Kenianer sind sehr freundlich und unterhalten sich völlig
unbefangen mit uns. Im Gebäude zu übernachten ist kein Problem. Wir fragen nach
dem Office der Buslinie, die wir morgen für unsere Fahrt nach Tansania / Moshi
nehmen wollen. Obwohl unsere Ankunft die letzte für heute war, hat das Office
nach Aussage des schwarzen Bediensteten noch offen. Moos und ich übernehmen den
Erwerb der Tickets.
Da wir den
Transitraum verlassen müssen, ist noch eine Absprache mit dem Wachmann
notwendig, damit wir wieder rein können. Hartmut und Mali schlagen derweil das
Nachtlager auf. Kaum haben wir den Transitraum verlassen, kommen jede Menge
Schwarze auf uns zu und wollen uns alles mögliche anbieten. Taxifahrten,
Hotels, Transfer nach Tansania usw.
Wir erwähnen
kurz den Namen Bus-Company, als uns plötzlich 6-7 Schwarze umringen und uns in
den 2. Stock ins Office bitten. Einer stellt sich als Chef heraus und wir
erklären ihm unser Ziel. Wir sind uns schnell einig. 45 US$ für jeden von uns.
Er schreibt uns eine Quittung und gibt das Wechselgeld zurück. Wir
verabschieden uns bis zum Morgen 08:30 Uhr. Moos und ich gehen nochmal kurz an
die frische Luft, als wir Paul den Taxifahrer kennenlernen. Paul möchte uns
gern in ein Hotel bringen und mit dem Taxi fahren. Wir erklären ihm, dass wir
im Flughafen übernachten wollen und sagen „Tschüss“.
Mali und
Hartmut haben den Platz für die Nacht hinter einem Schalter der SWISS AIR
gefunden. Wir blasen unsere Isomatten auf und machen uns schlaffertig. Hartmut
und ich schieben die Kopfenden unserer Matten unter den Schreibtisch, damit es
etwas dunkler wird. Nachdem uns 2, 3 Bedienstete, die vorbeikamen, „good night“
gewünscht haben, schlafen wir. Und das wider Erwarten ganz gut.