Das Wetter ist
immer noch bestens. Hartmut ist leider gar nicht gut drauf. Sein Puls ist viel
zu hoch, aber er will es probieren.
Die heutige
Tour ist nicht so schwierig, wir „wechseln“ vom Karango-Camp ins Baraffo-Camp
(4550 Meter) (sozusagen Basislager für Kibo).
Nach ca. 1
Stunde ist Hartmut sehr angeschlagen. Unser Guide Ali will, dass wir ohne
Hartmut weitergehen. Wir wollen aber auf ihn warten. Zuguterletzt zieht Andrew
vorn und Mali schiebt hinten. So erreichen wir mit Hartmut in der Mitte das
Camp.
Die Entscheidung,
abzubrechen, hatte er schon zuvor getroffen. Nach 1 Stunde Ausruhen begleitet
unser Koch Adam Hartmut ins Tal... schade, aber vernünftig.
Dass
Baraffo-Camp ist das wohl mit Abstand schönste auf unserer Tour. Es liegt an
der Grenze zwischen dem wolkigen Westteil und dem trockenen Ostteil des Berges
auf einem Felssporn, der nach allen Seiten recht steil abfällt. Man sieht, wie
sich am Grat die ständig von Westen heranziehenden Wolken auflösen. Wir haben
einen herrlichen Blick ins Tal und sehen zum ersten Mal den Kibo-Sattel und
dahinter denn Mawenzi, einen gewaltigen Berg mit ganz eigenartiger Form
(wahrscheinlich ein verwitterter Vulkanschlot). Ein unvergessliches Panorama!
Lustigerweise haben wir von hier gelegentlich telefonischen Kontakt, so dass wir
kurz zu Hause anrufen können. Da die verbliebene Restmannschaft noch recht gut
drauf ist, unternehmen wir zur Akklimatisierung noch einen Spaziergang bis auf
4700 m Höhe.
Nachmittags
sehen wir einige Leute, welche vom Gipfel zurück kommen. Sie sehen ziemlich
angegriffen aus.
Abends
beginnen bei mir (Andreas) wieder die üblichen Kopfschmerzen. Aspirin soll
helfen, es verdünnt angeblich das Blut. Ich verzichte drauf (auch so eine Art
Sport, möglichst ohne Chemie den Berg zu besteigen).
23:30 Uhr ist
Wecken für den Aufstieg.
Ich hatte in
der Nacht schon wieder fürchterliche Kopfschmerzen, als ich mal raus musste,
bin ich fast zusammengebrochen, so schlecht war mir (Höhenprobleme). Es scheint
immer das gleiche zu sein: tagsüber fühlt man sich gut, abends hat man
Kopfschmerzen, früh geht es einem wieder gut.