Samstag, 29. Juni 2013

25. Februar 2003 - Aufstieg zum Baraffo-Camp

Das Wetter ist immer noch bestens. Hartmut ist leider gar nicht gut drauf. Sein Puls ist viel zu hoch, aber er will es probieren.
Die heutige Tour ist nicht so schwierig, wir „wechseln“ vom Karango-Camp ins Baraffo-Camp (4550 Meter) (sozusagen Basislager für Kibo).
Nach ca. 1 Stunde ist Hartmut sehr angeschlagen. Unser Guide Ali will, dass wir ohne Hartmut weitergehen. Wir wollen aber auf ihn warten. Zuguterletzt zieht Andrew vorn und Mali schiebt hinten. So erreichen wir mit Hartmut in der Mitte das Camp.
Die Entscheidung, abzubrechen, hatte er schon zuvor getroffen. Nach 1 Stunde Ausruhen begleitet unser Koch Adam Hartmut ins Tal... schade, aber vernünftig.

Dass Baraffo-Camp ist das wohl mit Abstand schönste auf unserer Tour. Es liegt an der Grenze zwischen dem wolkigen Westteil und dem trockenen Ostteil des Berges auf einem Felssporn, der nach allen Seiten recht steil abfällt. Man sieht, wie sich am Grat die ständig von Westen heranziehenden Wolken auflösen. Wir haben einen herrlichen Blick ins Tal und sehen zum ersten Mal den Kibo-Sattel und dahinter denn Mawenzi, einen gewaltigen Berg mit ganz eigenartiger Form (wahrscheinlich ein verwitterter Vulkanschlot). Ein unvergessliches Panorama! Lustigerweise haben wir von hier gelegentlich telefonischen Kontakt, so dass wir kurz zu Hause anrufen können. Da die verbliebene Restmannschaft noch recht gut drauf ist, unternehmen wir zur Akklimatisierung noch einen Spaziergang bis auf 4700 m Höhe.

Nachmittags sehen wir einige Leute, welche vom Gipfel zurück kommen. Sie sehen ziemlich angegriffen aus.

Abends beginnen bei mir (Andreas) wieder die üblichen Kopfschmerzen. Aspirin soll helfen, es verdünnt angeblich das Blut. Ich verzichte drauf (auch so eine Art Sport, möglichst ohne Chemie den Berg zu besteigen).

23:30 Uhr ist Wecken für den Aufstieg.


Ich hatte in der Nacht schon wieder fürchterliche Kopfschmerzen, als ich mal raus musste, bin ich fast zusammengebrochen, so schlecht war mir (Höhenprobleme). Es scheint immer das gleiche zu sein: tagsüber fühlt man sich gut, abends hat man Kopfschmerzen, früh geht es einem wieder gut.