Wir haben im
Hotel fürstlich geschlafen. Mehrmals in der Nacht war Stromausfall, der
Ventilator blieb stehen und die Temperatur stieg, so dass man aufwachte.
Gegen 7:30 Uhr
stehen wir auf. Wir packen unsere Sachen. Wir haben jeder einen Rucksack zum
selbst tragen (Hartmut: 8 kg, Mali und Andreas: je 12 kg, Thomas: 16 kg). Den
Rest packen wir in Plastiktüten für die Träger (ca. 15 kg pro Träger). Zum
Frühstück gibt es Omelett, Cornflakes und Kaffee.
Um 9:00 Uhr
laden wir die Sachen in den Jeep und starten. Die Fahrt zum Gate dauert ca. 1
Stunde: Zuerst Asphalt, dann biegen wir nach Machame ab. Wir fahren durch eine
fruchtbare Landschaft, da regelmäßig viel Regen durch die am Kili angestauten
Wolken fällt. Dann geht es auf unbefestigtem Weg durch ein „Walddorf“. Die
Leute wohnen mitten im Wald (hauptsächlich Bananenpflanzen). Sieht gepflegt
aus. Es ist keine Armut zu sehen. Die Strecke bis zum Gate sind wir gefahren
(lt. Reiseführer müsste man das eigentlich schon laufen). Am Gate erledigen wir
die Formalitäten, bezahlen, und verteilen die Last auf Träger. Außerdem
schießen wir das obligatorische Foto vor dem Parkeingangs-Schild. Es ist sehr
viel Betrieb hier.
Start ist ca.
11:00 Uhr auf 1700 Meter Höhe. Es geht Regenwald, über querliegende Stämme, z.
T. durch Morast, wir sehen riesige Bäume. Es sind keine Tiere zu sehen! Der Weg
führt mäßig steil bergauf und wir gehen „Pole Pole“ (ca. 1 Schritt pro
Sekunde), am Anfang erscheint es uns viel zu langsam (Puls ca. 125/m-1, 250
Meter Höhe pro Stunde). Dieses langsame und gleichmäßige Tempo ohne Pausen hat
sich jedoch im Nachgang als sehr gut herausgestellt, die wir in diesem Tempo
bis zum Gipfel gelaufen sind. Wir sollten auch auf künftigen Touren so langsam
gehen. Es ist nicht sehr anstrengend. Die Träger sind z. T. 50 % schneller als wir, manche kommen wieder
runter (gehen 2x?) Zum Glück fällt kein Regen (obwohl im Reiseführer stand,
dass es 2 mal am Tag mächtiges Gewitter gibt)! Zuerst laufen wir auf erdigem
Untergrund, der Weg ist 0,50-2 Meter breit, später wird es felsig
(Vulkangestein). Die meisten Träger tragen riesige Beutel, auch Rucksäcke auf
dem Kopf (sieht gut aus!) Wir laufen bis 14:00 Uhr ohne Pause, dann machen ca.
20 min Mittagspause (Apfel, Hamburger). Wassjas Knie kracht sehr laut, sonst
ist alles ok. Unser Wasser war Mittag fast alle (3 Liter). Nachschub hat nicht
richtig geklappt, weil wir am Bach vorbei gelaufen sind, ohne Wasser zu fassen.
Danach wurde der Regenwald noch feuchter, wie liefen auf einer Lavarippe (links
und rechts ging es steil runter). Durch die Höhe hatten wir „Abgasantrieb“.
Hartmut hatte ab 2600 Meter Ohrensausen. Ca. 16:00 Uhr verlassen wir den Wald
(2800 Meter). 20 °C. Niedrige Sträucher. Wolkig, sehr angenehm.
Ca. 17:00 Uhr
Ankunft im Camp Machame-Hut (Blechhütte). Schock: ca. 20 Zelte (lt. Buch ca. 30
Leute und ca. 70 Träger). Wir bauen unsere Zelt auf (zum letzten mal selbst, da
wir ja nicht ganz so dekadent sein wollen, jedoch weisen uns unsere Träger
darauf hin, dass dies nicht unser job sei). Tea Time (Tee, Kaffee, Milch,
Kekse, Mais). Danach Erkundung des Zeltplatzes. Wir finden ein etwas
gewöhnungsbedürftiges Stehklo, na ja (ich glaube, an dem Tag ist keiner drauf
gegangen, an den folgenden Tagen hat uns die Not getrieben)… Unser Koch macht
auf dem Benzinkocher ein fürstliches Mahl (Suppe, Fleisch, Kartoffeln, Pasta,
Mangos...). Es ist viel zu viel, so dass wir einen Teil leider zurückgeben müssen! Lustig war,
wie wir aufgrund von Verständigungsschwierigkeiten heldenhaft das nach Benzin
schmeckende Waschwasser getrunken haben, da wir annahmen, das dies Trinkwasser
sei („is this drinking water?“ à
„Yeah!“, wobei „Yeah“ nicht „ja“ sondern “hä??“ heisst). Wir haben den
Benzingeschmack durch einige Teebeutel verdrängt.
.... zumindest
haben wir keine Stühle und Tische mit wie andere... Träger und Koch sind sehr
freundlich. 19:00 Uhr bricht die Dunkelheit sehr schnell herein. Wir sehen
einen herrlichen Sternenhimmel (Milchstrasse, kleiner Waagen, Orion,
Sternschnuppe). Beeindruckend, wir sind alle gut drauf und optimistisch. 22:00
Uhr Schlaf. Hartmut schnarcht ab 22:05 Uhr fürstlich und Mali lässt noch einen
krachen. Ab 22:30 Uhr herrscht absolute Ruhe.
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